Es sind ungewöhnliche Zeiten. Der Ausbruch des Corona-Virus betrifft uns alle und bestimmt in großem Maße unser aktuelles Alltagsleben mit. Und während manche weniger stark betroffen sind, trifft es andere besonders hart: Sei es, weil dieses Jahr eine große Reise anstand, die nun nicht angetreten werden kann oder weil ein jahrelang mühevoll aufgebautes Projekt nun vor dem finanziellen Ruin steht.

Und die Liebe? Ja, die Liebe hat es auch nicht leicht in diesen seltsamen Zeiten. So manch einer mag sich vor eine Herausforderung gestellt sehen, welche er oder sie so nicht hätte kommen sehen. Vielleicht, weil die Ausgangsbeschränkungen bedeuten, dass man nun zu zweit Zuhause sitzt und die auch sehr wichtige „me-time“ erheblich eingeschränkt ist. Vielleicht aber auch, weil eine Fernbeziehung im Jahr 2020 denkbar ungünstig ist und die Ungewissheit darüber, wann es ein Wiedersehen geben wird, so groß ist. Und wo wir beim Thema Liebe sind, kommen wir an einem Thema nicht vorbei, welches dieses Jahr so viele Betroffene beschäftigt: Das Thema Hochzeit.

Heiraten in Zeiten einer globalen Pandemie

Die Hochzeit – das Fest der Liebe; ein unvergesslicher und einzigartiger Tag, welcher für viele Paare monatelange intensive Planung und Vorbereitung bedeutet. Und mal ehrlich: Wer konnte schon damit rechnen, dass sich so viele Dinge innerhalb kürzester Zeit grundlegend drehen und manches plötzlich nicht mehr einfach so möglich ist, wie wir es uns vorgestellt haben? Und dass gestern Geplantes schon heute nicht mehr ohne Weiteres umgesetzt werden kann? Die Corona-Krise hat uns mit einer Wucht getroffen, kompromisslos und ohne jede Vorwarnung. Wer vorhatte, dieses Jahr zu heiraten, sieht sich momentan höchstwahrscheinlich in eine Wolke der Ungewissheit gehüllt. Die Unberechenbarkeit der aktuellen Lage lässt keine verlässlichen Aussagen darüber zu, wann und in welchem Umfang eine Hochzeit wieder möglich sein wird. Glücklicherweise können viele Trauungen nach wie vor stattfinden, wenn auch in den meisten Fällen ausschließlich zu zweit und selbstverständlich unter Einhaltung der nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Für die anschließende Hochzeitsfeier sieht es aber leider deutlich schwieriger aus – Großveranstaltungen sind bis einschließlich 31. August erst einmal nicht erlaubt, auch kleinere Feiern sind problematisch. Und das gerade in dem Zeitraum des Jahres, in welchem das Hochzeitsbusiness normalerweise seine Hochphase erlebt. Die große Mehrheit der Menschen entscheidet sich für eine Hochzeit in den Monaten Mai bis September, wenn es größtenteils warm und sonnig ist und die Möglichkeiten für außergewöhnliche Hochzeitslocations nahezu unbegrenzt sind.

Auch die Gegenseite hat stark mit den infolge des Corona-Virus abgesagten Veranstaltungen zu kämpfen. Für Dienstleister und Hochzeitsveranstalter fallen diese Hochzeitssaison essentielle Einnahmen weg. Verschobene oder gar abgesagte Trauungen und Hochzeiten können für viele Dienstleister bedeuten, dass sie große Verluste machen, was für einige von ihnen schnell zu einem existentiellen Problem werden kann. Was für die zukünftigen Ehepaare vor allem eine starke emotionale Belastung ist, ist für Selbstständige und Unternehmen in der Branche hauptsächlich eine wirtschaftliche.

Das Einzige, was gewiss ist, ist die ungewissheit.

Plan B?

Auch wenn eine Situation wie diese sehr frustrierend und belastend sein kann, bietet sie andererseits Potenzial für neue Gedanken und Ideen. In vielerlei Hinsicht sehen wir uns gezwungen, umzuplanen, neue Wege zu gehen und vielleicht auch einfach gewissermaßen dem Lauf der Dinge zu vertrauen. Und darauf, dass es zu jedem Problem bzw. zu jeder Herausforderung auch mindestens eine Lösung gibt. Vielleicht also lässt sich das Ganze auch so sehen: Eine Chance, einmal etwas mehr im Hier und Jetzt anzukommen und offen für Neues und Ungewohntes zu sein. Oder: Eine kleine Herausforderung an die persönliche Flexibilität. Eine höhere Gewalt wie der Ausbruch des Corona-Virus liegt außerhalb unseres Einflussbereichs, wir können diesen weder rückgängig machen noch steht es in unserer Macht, die Ausbreitung von heute auf morgen zu stoppen. Was wir aber tun können, ist zu versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Flexibel zu bleiben und vielleicht auch schon jetzt über alternative Möglichkeiten nachzudenken. Und ganz wichtig: einen Plan B zu haben!

Eine Trauung zu zweit zum Beispiel kann auch ein sehr inniges und besonderes Erlebnis sein. Manche Paare entscheiden sich sogar bewusst dazu, „heimlich“ zu heiraten. Und auch die Hochzeit im kleinen Kreis hat ihre Vorteile: Einerseits spart ihr euch eine Menge aufwändige Vorbereitung, andererseits schont ihr auch Euren Geldbeutel. Und vielleicht ist es manchmal auch gar nicht schlecht, eine strengere Auswahl zu treffen, wenn es um die Gäste geht. Vielleicht ist auch das eine Chance, euch zu überlegen, wen Ihr WIRKLICH dabei haben wollt, und wen vielleicht nicht – und entsprechend Prioritäten zu setzen. 

Ein unvergesslicher Tag – auch trotz Corona

Trauungen müssen in Zeiten von Corona nicht unbedingt weniger romantisch sein – im Gegenteil. Zu Beginn der Pandemie wurden Trauungen fast ausschließlich zu zweit durchgeführt. Und warum eigentlich nicht? Letztendlich geht es bei der Hochzeit ja vor allem um eins: darum, die Liebe zu feiern und sich gegenseitig das Wort zu geben, den Rest des Lebens miteinander zu verbringen.

So ungünstig die Situation gerade auch ist, gibt es trotz allem Möglichkeiten, die Hochzeit zu einem schönen Erlebnis zu machen. Und wie sagt man so schön: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die folgende Sammlung von Ideen und Anregungen soll vorrangig dazu dienen, zu inspirieren und ein paar erste Denkanstöße zu geben, die gerne weiter gedacht werden dürfen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Vorschläge, welche natürlich nicht allgemein gültig sind und dementsprechend individuell abgeklärt werden müssen, ob und inwiefern sie zu gegebenem Zeitpunkt tatsächlich umsetzbar sind.

Ideen und Anregungen für die Hochzeit während und nach Corona

  • Hochzeit im Grünen: Wie wäre denn zum Beispiel eine kleine Gartenhochzeit mit den engsten Freunden und der Familie? Selbstverständlich hat nicht jeder einen solch großen Garten, welcher den nötigen Platz für eine Feier unter Einhaltung des Mindestabstands bietet. Es gibt allerdings zahlreiche Locations, welche Ihre Außenbereiche für Anlässe wie diese zur Verfügung stellen. Auch große Scheunen von Landgasthöfen eignen sich super. Schaut dazu doch gerne einmal hier
  • Digitale Hochzeitsgesellschaft: Auch eine Hochzeit per Livestream wäre möglich. Programme wie Zoom und Google Hangouts erleben derzeit ohnehin einen regelrechten Boom und bieten die Möglichkeit, eine große Anzahl an Gästen digital zu eurer Hochzeit zuzuschalten und aus dem eigenen Wohnzimmer daran teilhaben zu lassen.
  • Hochzeits-Homepage: Für die Vorbereitung und alles Organisatorische empfiehlt es sich außerdem, eine Hochzeits-Homepage zu erstellen, über welche ihr eure Gäste stets auf dem neuesten Stand haltet. Auf diese Weise spart ihr euch eine Menge umständliche Kommunikation und Zeit.
  • Hochzeit zu zweit: Wie bereits oben angesprochen, kann auch eine Hochzeit in Zweisamkeit ein sehr außergewöhnliches und wundervolles Erlebnis sein. Neben der Trauung kann grundsätzlich auch das Hochzeitsfest zu zweit gefeiert werden. Vielleicht macht ihr es euch Zuhause gemütlich; vielleicht unternehmt ihr aber auch einen kleinen Ausflug und genießt zusammen die Ruhe der Natur – entweder in Form einer kleinen Wanderung oder ihr sucht nach einem Ort mit schönem Ausblick, an welchem ihr auf das geschlossene Ehebündnis anstoßt. Und sowieso gilt: Tanzen geht überall!
  • Hochzeitsfest verschieben: Wann genau eine „normale“ Hochzeitsfeier wieder möglich sein wird, kann bisher wohl keiner so genau sagen. Dennoch spekulieren aktuell viele darauf, dass sich die Situation im Spätherbst/Winter wieder entspannt haben könnte. Die meisten Absagen von Standesämtern belaufen sich bisher auf den Zeitraum bis Ende Juni. Es kann durchaus sinnvoll sein, die Hochzeit erst einmal auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, bestenfalls auf das Jahr 2021. Allerdings wird es dann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer enormen Nachfrage kommen, was die Buchung von Hochzeitsterminen und -locations angeht, weshalb es sich hier empfiehlt, möglichst frühzeitig mit Hochzeitsplanern und Dienstleistern in Kontakt zu treten und einen Termin festzulegen. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären:
  • Eine offene Kommunikation und konkrete Absprachen mit Hochzeitsplanern sowie den anderen involvierten Dienstleistern ist hier das A&O. Gibt es alternative Möglichkeiten, die Hochzeit durchzuführen? Auch hier gilt: Kreativität ist gefragt! Besprecht einfach, was möglich ist und kommuniziert eure Vorstellungen und Wünsche. Wichtig ist an dieser Stelle, dass ihr Besprochenes schriftlich festhaltet, damit alles vertraglich geregelt ist und beide Seiten gewissermaßen abgesichert sind. Sucht das Gespräch mit eurem Planer und/ oder Dienstleister und bleibt stets in engem Kontakt. Leider greifen Hochzeitsversicherungen im Falle einer Pandemie nicht, diese gelten nur für Krankheiten, Unfälle und Todesfälle von Angehörigen.
  • Persönliche Videobotschaft: Ihr seid Freunde oder Familie von einem zukünftigen Ehepaar und werdet voraussichtlich nicht persönlich an der Hochzeit teilnehmen können? Sei es, weil das Hochzeitsfest abgesagt wurde oder weil ihr gar zur Risikogruppe gehört? Dann nehmt dem Hochzeitspaar doch eine kleine persönliche Videobotschaft auf und schickt sie ihnen am Tag der Trauung.
  • Auch eine kleine Rallye durch den Ort ist möglich: Plant eine Autoroute für die frisch Vermählten und überrascht sie unterwegs mit kleinen „Stationen“

Long story short? Flexibel bleiben – und das Beste draus machen

Zeiten wie diese können frustrierend sein, auf der anderen Seite öffnen sie aber Türen, die vielleicht zuvor gar nicht sichtbar waren. Es heißt doch: „wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich auch immer eine andere“. Zumindest wurde mir das so beigebracht. Und so „Poesiealbum-mäßig“ sich das Ganze vielleicht manchmal anhören mag, ist an solchen Sprichwörtern doch auch immer ein gutes Stück Wahrheit dran. Und auch wenn die Ungewissheit darüber, wann wieder mehr Normalität einkehren wird, ein Thema ist, was uns alle momentan sehr beschäftigt, frage ich mich manchmal: Was genau ist eigentlich diese Normalität, nach der wir uns so sehr zurücksehnen? Und ist es nicht manchmal auch ganz schön, alternative Möglichkeiten zu entdecken und Freude in Erlebnissen der etwas anderen Art zu finden? Ich möchte damit nicht sagen, dass diese Situation nur einfach und voller Chancen und Möglichkeiten ist. Gerade im Fall von Hochzeiten fällt natürlich unglaublich viel weg – keine innigen Umarmungen, üppigen Buffets und stundenlanges, ausgelassenes Tanzen mit den Liebsten. Ganz abgesehen von dem emotionalen Stress, welchen viele Betroffene gerade erleben müssen. Was ich jedoch sagen möchte, ist: Oft sind wir so festgefahren darauf, dass Dinge genau so stattfinden, wie wir es uns ausgemalt haben, haben riesige Erwartungen und meist ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie ein bestimmtes Ereignis auszusehen hat. Und oft sind wir eben auch enttäuscht, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, aus welchem Grund auch immer. Vielleicht ist gerade jetzt die Zeit, an solchen Mustern zu arbeiten und dem Lauf der Dinge zu vertrauen. In jedem Fall kann es sehr entlastend sein, sich frühzeitig einen Plan B zu überlegen, falls Plan A nicht umsetzbar ist. 

Falls ihr betroffen seid von der Thematik und euch derzeit nach einer passenden Location für eure (verschobene) Hochzeit umschaut, haben wir in einem weiteren Blogbeitrag aktuelle Angebote unserer RaumanbieterInnen zusammengefasst. Schaut doch gerne einmal rein: Hier geht´s ZUM BEITRAG

Ihr habt selbst Ideen, Anregungen oder Gedanken zum Thema Hochzeit und Corona, die ihr gerne loswerden möchtet? Schreibt sie uns gerne, wir freuen uns darüber, von euch zu hören! Und nun vor allem: Bleibt gesund und lasst euch nicht unterkriegen!

Herzliche Grüße im Namen des RAUMPERLE-Teams
Verena Lippok